Bis 2016 ging die Stadtverwaltung davon aus, Böblingen sei kein Hot Spot für Luftschadstoffe und Messungen seien unnötig. Stichprobenmessungen, die dann auf Grund eines Antrags der Grünen durchgeführt wurden, und Messungen mit Sensoren des OK Lab Stuttgart zeigen ein anderes Bild. Schon 2013 hat die Grüne Fraktion bezweifelt, dass die Messstation am Elbenplatz nicht mehr nötig ist. Da unser Antrag auf Messungen aber nicht umgesetzt wurde, haben wir diesen 2015 erneut gestellt. Daraufhin wurden stichprobenartige Stickstoffdioxidmessungen durchgeführt, die Werte knapp unter oder über dem Jahresgrenzwert ergaben.

Um auch einen Hinweis auf die Feinstaubbelastung zu bekommen, hat die Böblinger Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Juli 2017 eine Kampagne gestartet, um die Luftqualität in Böblingen und Dagersheim zu messen. Dazu wurden 20 Bausätze für Feinstaubsensoren angeschafft, an die Böblinger Bürgerschaft übergeben und im Repair Cafe zusammengebaut. Auch in Sindelfingen wurden mittlerweile Feinstaubsensoren installiert.

Aufgrund der schlechten Ergebnisse der Stichprobenmessung von 2016 hat die Stadtverwaltung im Januar 2018 endlich mit einer amtlichen Jahresmessung für Stickstoffdioxid begonnen. Erste Ergebnisse der ganzjährigen Stickstoffdioxidmessungen bestätigen die schlechten Werte in der Poststraße und lassen eine Überschreitung des Jahresgrenzwertes befürchten, doch auch in der Stadtgraben- und der Karlstraße könnte dieser Fall noch eintreten. Die Ergebnisse findet man hier www.boeblingen.de/,Lde/start/StadtPolitik/stickstoffdioxydmessung.html

Außerdem wurden 3 weitere Feinstaubsensoren am Bahnhof, in der Stadtgrabenstraße und am Elbenplatz installiert. Damit sind in Böblingen nun über 30 Sensoren in Betrieb. Sie speisen ihre Ergebnisse in das Feinstaubradar des OK Lab ein, das daraus täglich Berichte zur Luftqualität generiert. Eine Livekarte bildet stundengenau die Belastung in Böblingen ab. 

Am 15.April endete die sogenannte Feinstaubalarmperiode, Zeit Bilanz zu ziehen. Wenn in Stuttgart Feinstaubalarm ausgerufen wird, dann herrscht auch in Böblingen dicke Luft. Dies zeigt eine eigene Auswertung der letzten 3 Monate. Sehr hohe Tagesmittelwerte und 25 Überschreitungstage wurden in der Innenstadt beobachtet. Aber auch auf dem Flugfeld und in den Stadtteilen fielen hohe Feinstaubwerte auf. Dies weist darauf hin, dass auch für Feinstaub eine amtliche Jahresmessung nötig ist.

 Die Ergebnisse kommen gerade noch rechtzeitig, so dass sie bei der Weiterentwicklung des Schlossbergrings berücksichtigt und Maßnahmen zur Luftreinhaltung eingeplant werden können.

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mit Thekla Walker (MdL, Umweltministerin) und
Chris Kühn (MdB, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt und
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