Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Böblinger Schulen und Kitas auf einem guten Weg

Erich Kästner-Grundschule

Gestatten: Mein Name ist Kerstin Froese. Seit Juli dieses Jahres bin ich für Bündnis 90/Die Grünen im Böblinger Gemeinderat. Für das mir entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich herzlich! In den nächsten 4,5 Jahren werde ich mein Bestes geben. 

Im ersten halben Jahr habe ich schon viel dazugelernt, z. B. dass es die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt wirklich nicht gibt (ich hatte es ja schon geahnt). Dies gilt übrigens für Väter gleichermaßen wie für Mütter, nur dass jeweils unterschiedliche Bereiche zu kurz kommen.

Umso wichtiger, dass Eltern tagsüber ihre Kinder in qualitativ hochwertigen, zuverlässigen Bildungseinrichtungen wissen, die den Kindern nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch beim Thema Erziehung mit den Eltern an einem Strang ziehen. Bildung fängt schon in den Kitas an. Am Kindergarten meiner Kinder in der Peterstaler Straße steht ein Schild mit der Aufschrift „Wir sind ein Bildungshaus“, das selbstbewusst auf diesen Umstand hinweist.

Positives Modellbeispiel

Um zu erfahren, wo die „Bildungsreise“ in unserem Land hingeht, habe ich am 26. Oktober an der Tagung von Bündnis 90/Die Grünen „Beste Bildung für eine gute Zukunft – Qualitätsentwicklung in Kitas und Schulen“ teilgenommen. Dort kam u. a. ein sehr beeindruckender Mensch zu Wort: Stefan Ruppaner, Leiter der Gemeinschaftsschule Alemannenschule Wutöschingen bei Waldshut/Tiengen, dessen Schule Träger des deutschen Schulpreises 2019 ist. Stefan Ruppaner und sein Kollegium haben es geschafft, ihre Schule von einer Brennpunktschule zu einem Ort des Lernens und Lebens umzugestalten, an den alle 250 Schüler/-innen jeden Tag gerne kommen und ganz freiwillig, entspannt und erfolgreich ihr Wochenpensum absolvieren.

Vielfältige Böblinger Schullandschaft

Die Situation der Wutöschinger Gemeinschaftsschule lässt sich sicherlich nicht auf unsere vielfältige Böblinger Schullandschaft mit zehn Grundschulen, zwei Werkrealschulen, zwei Realschulen und vier Gymnasien übertragen. Was jedoch sofort ins Auge fällt, ist, dass es Böblinger Lehrkräften und Schüler/-innen mitunter sehr schwer gemacht wird, gut zu lehren und zu lernen, weil die Gebäude marode und die Lehrmittel veraltet, zerstört oder nicht vorhanden sind. Zumindest was die Gebäude angeht, ist die AG Schulhaussanierung bereits auf einem guten Weg, mittelund langfristig Abhilfe zu schaffen.

Ganztagesbetreuung an Kindergärten und Schulen

In Bezug auf die zuverlässige Betreuung hat Böblingen immerhin vier Schulen mit gebundener Ganztagesbetreuung zu bieten. Es wäre wünschenswert, wenn weitere dazu kämen. Desweiteren gibt es mehrere Schulen mit offener Ganztagsbetreuung. Alle Böblinger Grundschulen sind „verlässliche Grundschulen“, d. h. es gibt eine garantierte Betreuung der Kinder vor Ort, auch wenn mal eine Lehrkraft krank sein sollte. Dies alles kommt Eltern sehr zugute, aber es reicht noch nicht aus. Vor allem im Hinblick darauf, dass immer mehr Kitas Ganztagesbetreuung anbieten, dürfen die Eltern beim Übergang von Kita zu Schule nicht allein gelassen werden mit der Beantwortung der Frage, wie die Nachmittagsbetreuung aussieht. An dieser Stelle möchte ich mit Nachdruck darauf hinweisen, dass es besonders für Grundschulkinder wichtig ist, eine Schule in der Nähe ihres Wohnortes zu besuchen getreu dem Motto „kurze Wege für kurze Beine“. Daher hat meine Fraktion den Antrag gestellt, dass auf dem Flugfeld baldmöglichst eine Grundschule gebaut wird. Ebenso wichtig ist es, dass Dagersheim eine weiterführende Schule bekommt. Dies würde die Zahl der vielgescholtenen „Elterntaxis“ verringern, von denen heutzutage viel zu viele unterwegs sind.

Kerstin Froese
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen  

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