30.07.2021

Von: Dorothea Bauer

„Meine Stadt. Unsere Zukunft.“

Das Postgebäude, jetzt noch ein beliebter Fahrradparkplatz.

Unter dieser Überschrift findet bis 23. August 2021 eine Umfrage zum Stadtleitbild statt. Alle Menschen in Böblingen sind aufgefordert, ihre Vorstellungen und Wünsche zur Zukunft Böblingens auf www.boeblingen.de/umfragestadtleitbild mitzuteilen

Endlich wird Bürgerbeteiligung in Böblingen wieder groß geschrieben. Die Böblinger Baugesellschaft hat zusammen mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) eine Bürgerbeteiligung zur Weiterentwicklung des Postareals am Bahnhof gestartet.
Auch wurden in mehreren Infoveranstaltungen die Ansichten der Bevölkerung zur Umgestaltung des Mühlbachstraßenquartiers in eine „Produktive Gartenstadt“ eingeholt, und das noch bevor dieses Thema dem Gemeinderat vorgelegt wurde.

Bei der Bürgerbeteiligung zum Postareal wurden vielfältige Vorstellungen zur Nutzung des neu entstehenden Quartiers formuliert. Diese fallen in vier Bereiche:

  • Angebote, die von den Hausbewohnerinnen und -bewohnern gemeinsam genutzt werden können, wie Waschküche, Sauna oder Fitnessraum, Home-Office-Raum, Quartierstreff, Flächen für Urban Gardening
  • Offene Angebote wie Kindergarten, Mediothek, öffentliche Dachterrasse auf dem höchsten Gebäude, Fahrradgarage für ÖPNV-Nutzer, Musikschule, Infopoint, Raum für Bürgerveranstaltungen, „Toilette für alle“
  • Angebote und Nutzungen durch Initiativen und Vereine wie Jugendcafé mit Beratungsräumen für die mobile Jugendarbeit, Offene Werkstatt und Repair Café sowie interreligiöser Raum
  • Kommerzielle Nutzung durch Markthalle, Startups oder Coworking-Space

Beide Areale, sowohl das Postareal am Bahnhof als auch das Kaufzentrum an der Mühlbachstraße, werden von der Böblinger Baugesellschaft realisiert. Deshalb haben Bürgervertreterinnen des IBA-Projekts vorgeschlagen, für die Realisierung der Vorschläge aus der Bürgerschaft auch das Mühlbachstraßenquartier einzubeziehen.

Die große Frage, die sich dabei stellt: Wie können diese Nutzungen finanziert werden?

Angebote für die Bewohnerinnen und Bewohner der neuen Quartiere liegen ganz klar in der Verantwortung der BBG, öffentliche Angebote wie ein Kindergarten ganz klar in der der Stadt.
Was ist jedoch mit den Nutzungen, die nicht so klar zugeordnet werden können?

Zu erwarten, dass Startups, Vereine oder Initiativen den hohen Mietpreis der Bahnhofslage bezahlen können, ist unrealistisch.
Vor allem dann, wenn sich wie bei der Offenen Werkstatt erst eine Trägerinitiative zusammenfinden muss.
Wenn die Bürgerbeteiligung ernst genommen werden soll, dürfen auch Vorschläge ohne klare Finanzierung nicht einfach entfallen.

IBA und BBG sollten zusammen ein Finanzierungskonzept für gemeinwohlorientierte Nutzungen finden

Welche Möglichkeiten gibt es?
Dauerhaft günstige Mieten für soziale oder gemeinwohlorientierte Nutzungen, die zum Funktionieren des Gesamtkonzepts beitragen. Staffelmieten für Startups, denn erst wenn das Geschäft läuft, können höhere Mieten bezahlt werden.
Unterschiedliche Ausstattung der Flächen, um einen gewissen Teil zum reduzierten Mietpreis anbieten zu können. Vermittlung von Fördermitteln durch IBA oder BBG und Fürsprache bei Stiftungen zur Finanzierungsunterstützung.

Die IBA möchte zeigen, wie in den Quartieren der Zukunft Wohnen, Arbeiten und Leben ineinandergreifen.
Die BBG möchte ein Quartier erstellen, das rund um die Uhr belebt ist. Dazu gehört eine bunte Mischung von Nutzungen, die nur dann erreicht wird, wenn auch Neues ausprobiert werden kann und auch soziale und gemeinwohlorientierte Angebote, die aus der Bürgerschaft vorgeschlagen wurden, dort eine Heimat finden.

Dorothea Bauer
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Kategorien:Gemeinderat
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