
12.09.25 –
ungefähr 40 Prozent von Ihnen heizen mit Fernwärme. Anfang August haben die Stadtwerke Böblingen (SWBB) ein vierseitiges Schreiben zur Preisänderungsformel für den Arbeitspreis der Fernwärme verschickt. Sie haben den Brief vielleicht direkt erhalten; oder vielleicht als Mehrfamilienhaus-Bewohner*in über Ihren WEG-Verwalter bzw. Vermieter. Ab dem 1. Januar 2026 wird der Arbeitspreis berechnet gemäß der Formel: AP = AP0 * (0,24*Erdgas/Erdgas0 + 0,04*Strom/Strom0 + 0,24*Lohn/Lohn0 + 0,08*Invest/Invest0 + 0,2 Fixanteil + 0,2*Markt/Markt0). Puh, schwere Kost, oder?
Sie fragen sich sicherlich, ob das nicht einfacher geht. Müssen es tatsächlich vier Seiten mit Formeln und Erläuterungen sein? Meine Antwort ist: Teilweise muss es so sein, weil Gesetze es so vorschreiben. Aber viel wichtiger ist: So ist es transparent. Im beigelegten Fernwärmestreit war Transparenz eine wesentliche Forderung. Die kompliziert wirkende Formel stellt dar, welche Kosten in den Preis einfließen: 24 Prozent sind z.B. Löhne und Gehälter, 8 Prozent sind Investitionen, 20 Prozent folgen der durchschnittlichen Preisentwicklung anderer Anbieter.
Bisher war der Preis teilweise an die Preisentwicklung von Heizöl gekoppelt. Zum Glück ist das nicht mehr notwendig, weil die Stadtwerke Heizöl nur noch bei Ausfall des Restmüllheizkraftwerks (RMHKW) einsetzen müssen. In der neuen Formel sind Löhne und Investitionen viel stärker gewichtet. Das ist richtig, denn es sind Menschen und Maschinen, die den Restmüll einsammeln, transportieren und die Wärmeverwertung ermöglichen. Leider ist immer noch ein Erdgas-Anteil von 30 Prozent in der Formel enthalten. Denn im Winter wird noch immer die Abwärme vom Daimler und von Blockheizkraftwerken benötigt.
Gravierend wird sich die neue Formel für die Bürger*innen nicht auswirken. Denn mit dem 20-Prozent-Fixanteil und 20-Prozent-Marktelement sind stabilisierende Anteile dominierend. Und der stärker gewichtete Anteil der Lohnentwicklung hilft auch dabei, dass Einkommen und Heizkosten sich gemeinsam entwickeln. Die neue Formel dämpft stärkere Ausschläge, die durch sprunghafte Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen verursacht werden könnten.
Wesentlich für den Fernwärme-Preis ist weiterhin das Grundniveau (AP0), was im Wesentlichen vom Wärmebezugspreis des RMHKW bestimmt ist. Hier hat der Zweckverband RBB (Landkreise Böblingen, Calw, Freudenstadt und Rottweil, Stadt Stuttgart) die Verantwortung, die Abfallgebühren gegenüber den Gewinnen aus dem Wärmeverkauf fair abzuwägen.
Wir halten einen konstruktiven, fairen Umgang innerhalb der kommunalen Familie (Böblingen, Sindelfingen sowie die Landkreise) für sehr wichtig. Wir haben das Umweltministerium darum gebeten, die Wärmepreise des RMHKW aus unabhängiger Perspektive zu prüfen. Ebenso fordern wir vom RMHKW bessere Zuverlässigkeit ein. Die vertraglich zugesicherte Wärme aus dem RMHKW muss insbesondere im Winter zuverlässig in die Doppelstadt Böblingen-Sindelfingen gepumpt werden. Bei der Fernwärme wollen wir weiterhin, dass Ökologie und Ökonomie im Gleichtakt vorankommen.
Markus Helms
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Kategorie
Gemeinderat
Monatliches Treffen für Mitglieder und Freunde von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Böblingen/Schönbuch
MehrWir laden euch ganz herzlich zum GRÜNEN Sommerfest am 23. August 2026 ein! Los geht’s um 12:00 Uhr an der Alten TÜV-Halle in Böblingen. Weitere Infos folgen noch. Wir [...]
MehrHerzliche Einladung zur Ortsverbandsitzung am 08.10.26 im Grünen Kreisbüro in Böblingen.
MehrMonatliches Treffen für Mitglieder und Freunde von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Böblingen/Schönbuch
MehrKlar ist: Vielfaltspolitik bleibt nicht bei Beschlüssen stehen, sondern braucht konkrete Strukturen, kontinuierlichen Austausch und [...]
Nah am Menschen, stark im Wandel. Mit diesem Versprechen ziehen wir in die Landtagswahlen im Herbst. Beim Länderrat in Sassnitz auf Rügen haben [...]
Beim Ostkongress in Sassnitz auf Rügen haben wir den Startschuss für die Landtagswahlkämpfe in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt [...]